Die Havelinsel Eiswerder

Die Insel Eiswerder liegt in der Havel, nördlich der Spandauer Zitadelle. Sie ist jeweils durch eine Straßenbrücke mit dem Ost- bzw. dem Westufer verbunden. Nordöstlich vorgelagert befindet sich die kleine Pionierinsel.

Das Gebiet gehörte bis 1910 zum Gutsbezirk Spandau. Danach wurde die Insel Eiswerder in die Stadt Spandau eingegliedert.

Die Insel hat eine Gesamtfläche von 140.000 Quadratmetern und etwa die Hälfte dieser Fläche ist bewaldet. Die Gebäude, die sich im südlichen Teil der Insel befinden, folgen nicht der Baulinie der Spandauer Uferbebauung, sondern sind um 45° gedreht und folgen der Achse der Zitadelle.

Bereits vor 1746 gehörte die Insel dem Amt Spandau. 1746 erhielt der steiermärkische Emigrant Philipp Schupfer die Insel Eiswerder, um sich dort anzusiedeln. In der Spandauer Zitadelle wurde 1817 ein geheimes Brandraketen-Laboratorium eingerichtet. 1829 übersiedelte dieses Laboratorium auf die Insel, wo schon seit 1826 ein Königliches Feuerwerkslaboratorium existierte. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte siedelten sich viele große Rüstungsbetriebe hier an.

Die Insel Eiswerder entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem bedeutenden Militärstandort. Auf ihr befanden sich eine Pulverfabrik, eine Geschützgießerei, eine Artilleriewerkstatt, eine Patronenfabrik und eine Munitionsfabrik. Am Salzhof, nordöstlich der Insel Eiswerder, baute man eine chemische Fabrik, die Säuren für die Munitionsherstellung produzierte. Zur Säurefabrik am Salzhof führte ein extra erbautes Nebengleis.

Die Insel Eiswerder wurde 1892 über eine 31 Meter lange Eisenbahnbrücke mit dem Spandauer-Bahnhof verbunden und damit an die  Berlin-Hamburger Bahnstrecke angeschlossen. Die Verbindung zum Hamburger Bahnhof wurde im Zuge der Höherlegung seiner Anlagen 1910 aufgegeben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kleine Eiswerderbrücke für Kraftfahrzeuge freigegeben.

In den Rüstungsfabriken existierten zum Teil schmalspurige Werkbahnen, deren Gleise eine Spurweite von 600 mm hatten und auf Eiswerder noch bis 1986 vorhanden waren. Um eine Explosionsgefahr zu verringern, kamen auf diesen Strecken feuerlose Dampfspeicherlokomotiven zum Einsatz.

Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten die verbliebenen Hallen und Flächen auf der Insel Eiswerder als Lagerungs- und Umschlagplatz für Getreide. Auf dem Salzhof hingegen wurden Tanklager errichtet. Von 1953 bis 1990 lagerte hier der West-Berliner Senat die erweiterten Senatsreserven ein. Die Rhenus AG & Co. KG errichtete auf der Insel einen Lokschuppen und eine Wartungsgrube und übernahm 1988 von hier aus die Betriebsführung der Siemens-Güterbahn. Eiswerder wurde im Laufe der Jahre auch zum Standort verschiedener Bootsclubs.

Im Jahr 1993 nahm der Entwicklungsträger der Wasserstadt Spandau Umbauten von Lagergebäuden der preußischen Pulverfabriken zur Büronutzung vor. Bald danach entdeckten auch Gastronomen die Insel für sich. Es entstanden Restaurants, eine Diskothek und Fernsehstudios.

Mittlerweile ist Eiswerder ein Gewerbestandort mit dem Schwerpunkt Kunst und Medien. Seit 2010 nimmt die Form der Mischnutzung zu. Es entstehen sowohl Wohnungen als auch neue Gewerbeflächen,  die die vorhandenen Baudenkmäler auf neue Weise nutzen.

An der Ostbrücke wurde ein schönes, kleines und nettes Restaurant „Stilbruch“ eröffnet. Dieses Restaurant befindet sich in einem historischen Bahnwärterhaus direkt am Wasser und mit Ausblick auf die Spandauer Zitadelle.

Hier wird man wahrgenommen, sehr kompetent und freundlich bewirtet. Die übersichtliche Speisekarte verspricht Gaumenfreude pur. Das Restaurant Stilbruch öffnet immer ab 12 Uhr und liegt in der Eiswerderstraße 22 in 13585 Berlin.

Auf dieser Grafik sehen wir die aktuelle Struktur Eiswerders. Der historisch wertvolle Rotklinker-Bau des alten Fabrik-Komplexes (1) wird als das Herz der Erlebniswelt bezeichnet. Der neben dem Meilenwerk gelegene „Gebäudekomplex 2“ wird zu einem Hotel mit mindestens 100 Betten ausgebaut. Auf dem „Areal 3“ sind Neubauten für Automobil-Showrooms geplant. Das „Gelände 4“ ist durch seinen Baumbestand und den großen Uferbereich geprägt. Hier sollen Wohngebäude entstehen. Die Gebäude des „Industrie-Denkmals 5“ werden zu Lofts umgebaut. Der öffentliche Park (6), die Marina (7) und die Kleingärten (8) sollen erhalten bleiben. In Richtung Wasser entsteht das Event-Ufer (9) und im „Bereich 10“ sollen Ateliers entstehen.

Man erreicht Eiswerder mit den öffentlichen Busverbindungen 136 und 236 – in Richtung Haselhorst (alle 4 – 5 Minuten).

Quelle: Wikipedia

Text und Fotos: Benjamin Michael Wieland

Dieser Beitrag wurde unter Archiv, Fotostrecken, Kultureinrichtungen, Sehenswürdigkeiten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.