Die Melanchthon-Kirche

Die evangelische Melanchthon-Kirche, die heute unter Denkmalschutz steht, befindet sich auf dem Melanchthonplatz im Ortsteil Wilhelmstadt.

Die Einweihung der Kirche fand am 15. Dezember 1893 statt, nur siebeneinhalb Monate nachdem der erste Grundstein gelegt wurde. Die Kosten für den Bau, der nach den Plänen des Architekten Heinrich von Lancizolle errichtet wurde, betrugen etwa 50.000 Mark (entspricht heute etwa 320.000 Euro).

Die Melanchthon-Kirche sollte zur Entlastung der St. Nikolai-Kirche dienen und war zunächst nur Filialkirche von St. Nikolai. Erst im April 1916 wurde sie zur selbstständigen Pfarrkirche erhoben.

Mitte der fünfziger Jahre wurde das im Zweiten Weltkrieg beschädigte Bauwerk restauriert. Dabei wurde der Altarraum im schlichten Stil, der typisch für die Zeit war, gestaltet. Die historische Ausmalung entfiel und die dazu gehörige Ausstattung wurde entfernt. Ende der achtziger Jahre wurde dann die ursprüngliche Innenarchitektur teilweise rekonstruiert. Obwohl von Beginn an eine Turmuhr vorgesehen war, wurde diese bis zum heutigen Tag nicht angebracht.

Seit 1991 hängen an den Langseiten des Kirchenschiffes die Porträts von Martin Luther und Philipp Melanchthon. Zur Erinnerung an Melanchthons mehrwöchigen Aufenthalt in Spandau wurden die Kirche und der Platz nach ihm benannt.

Philipp Melanchthon (1497 – 1566) wird als Praecaptor Germaniae (Lehrer Deutschlands) bezeichnet und gilt als wichtiger Weggefährte von Martin Luther.

Neben Luther war er die treibende Kraft der deutschen und europäischen kirchenpolitischen Reformation. Melanchthon modernisierte das Bildungswesen und war ein bedeutender Professor an der Wittenberger Universität. Durch sein Wirken wurde die Universität in Wittenberg zum Vorbild protestantischer Hochschulen.

Seine letzte Ruhestätte fand Philipp Melanchthon in der Schlosskirche zu Wittenberg neben Martin Luther.

Melanchthon-Kirche
Melanchthonplatz
13595 Berlin

Fahrverbindungen
Bus 131, 134, 135, 638, Melanchthonplatz

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